Systemische Beratung – Was ist das?

written by StefanieBallof 4. Dezember 2019
Systemische Beratung – Was ist das?

Wie einige von euch in meiner Vita gesehen haben, habe ich eine Ausbildung zum systemischer Berater und Business Coach gemacht. Was Business Coaching beinhaltet, kann man sich meist ableiten. Ich werde jedoch oft gefragt, was genau die systemische Beratung bzw. das systemische Coaching eigentlich ist.

Daher möchte ich dir in diesem Blogbeitrag einen Zugang dazu verschaffen,

  • was systemisches Coaching / systemische Beratung genau ist
  • was die systemische Beratung auszeichnet
  • wie systemischer Beratung auch in beruflichen Fragen helfen kann

und natürlich

  • wie ich dich mithilfe von systemischer Beratung / systemischem Coaching bei deinen Fragen unterstützen kann

Doch bevor ich in diese Punkte einsteige, möchte ich dir gerne eine Geschichte von Paul Watzlawick erzählen, die sehr gut zum systemischen Coaching passt:

Der verlorene Schlüssel oder “mehr desselben“

Unter einer Straßenlaterne steht ein Betrunkener und sucht und sucht. Ein Polizist kommt daher, fragt ihn, was er verloren habe, und der Mann antwortet: “Meinen Schlüssel.“Nun suchen beide. Schließlich will der Polizist wissen, ob der Mann sicher ist, den Schlüssel gerade hier verloren zu haben, und jener antwortet: “Nein, nicht hier, sondern dort hinten — aber dort ist es viel zu finster.“

Aus: Anleitung zum Unglücklichsein* von Paul Watzlawick

Diese Geschichte beschreibt sehr schön – zugegeben auch irgendwie witzig – und dazu deutlich, wie schwer es uns Menschen oft fällt, aus gewohnten Gefilden auszubrechen und uns in bis dato unbekannte Gebiete zu begeben. Obwohl wir merken, dass wir in der sog. „Komfortzone“ und in unseren gewohnten Mustern, nicht wirklich weiter oder zu den gewünschten Ergebnissen kommen, halten uns vermeintlich wichtige Gründe davon ab, dorthin zu gehen, wo vielleicht die Lösung für unsere Situation liegt. Wir suchen (noch) nicht an der richtigen Stelle.

Und genau da setzt die systemische Beratung an.

Wie bereits gesagt, kann die Begleitung durch einen systemischer Berater genau an dieser Stelle ansetzen, wo Menschen das Gefühl haben, „auf der Stelle zu treten“, oder „nicht weiter zu kommen“, obwohl sie das gerne möchten. Hierbei zeichnet sich die systemische Arbeit dadurch aus, dass sie nicht nur den Klienten selbst betrachtet, sondern auch alle sich in dessen System befindlichen Teile. Dabei ist der Klient nicht nur Teil eines einzigen Systems, sondern zahlreicher Systeme, wie z.B. dem Familiensystem, dem Schul- oder Berufssystem, dem Freundeskreis und überall dort, wo Menschen zusammenkommen und miteinander kommunizieren.

So werden im Kontext dieser Systeme die Probleme bzw. die Anliegen des Klienten immer unter der Berücksichtigung zum einen der Gesamtsituation und zum anderen aller der im entsprechenden System befindlichen Teile beobachtet. Die Systemik geht davon aus, dass jedes Teil eines Systems Auswirkungen auf das Gesamtsystem hat. Sprich, alles was ein Teil tut oder nicht tut bzw. sagt, oder eben nicht sagt, wirkt sich in Wechselwirkung auf das System aus. Im Sinne der systemischen Denkweise strebt ein System mit seinen Handlungen immer nach Gleichgewicht – ähnlich wie bei einem Mobile, bewegen sich alle Teile mit, sobald sich ein Teil bewegt. 

Im Anschluss daran wird unter Berücksichtigung dieser Beobachtungen sowie der Sichtweisen aller Beteiligten Lösungsmöglichkeiten für den Klienten herausgearbeitet. Wie bei einer Fahrt im Uber oder einem Taxi, steigt der Klient zu Beginn bei dem Coach ein und nennt ihm das Ziel seiner „Reise“, welches er selbst bestimmen muss. Und weil das manchmal auch nicht so einfach ist, das Ziel genau zu bestimmen, hilft der Coach durch Fragetechniken dabei, dieses Ziel klar herauszuarbeiten und zu formulieren. 

„Herausgearbeitet“ heißt in diesem Zusammenhang, dass der Berater im Folgeprozess die Lösungen nicht vorfertigt und überstülpt, sondern die Problemlösung alleinig im System lässt und hierbei lediglich als Prozessbegleiter fungiert. Die Überzeugung der systemischen Schule liegt darin, dass die Lösung für das hervorgebrachte Anliegen bereits im Klienten vorhanden ist, dieser nur aus verschiedenen Gründen derzeit keinen Zugang zu diesen hat.

„Herausgearbeitet“ heißt in diesem Zusammenhang, dass der Berater im Folgeprozess die Lösungen nicht vorfertigt und überstülpt, sondern die Problemlösung alleinig im System lässt und hierbei lediglich als Prozessbegleiter fungiert. Die Überzeugung der systemischen Schule liegt darin, dass die Lösung für das hervorgebrachte Anliegen bereits im Klienten vorhanden ist, dieser nur aus verschiedenen Gründen derzeit keinen Zugang zu diesen hat.

Im systemischen Coaching soll dem Coachee der Rahmen gegeben werden, diesen Zugang zur eigenen Lösungsfindung Schritt für Schritt herzustellen. Um zurück zu unserer Anfangsgeschichte zu kommen, geht es also darum, immer mehr Bereiche außerhalb des Lichtkegels zu beleuchten, Zugang zum „Schlüssel“ zu erhalten und zu schauen, was es denn dort noch so gibt. Im Sinne von Paul Watzlawick geht es nicht darum, nicht immer noch mehr davon zu tun, was man schon gemacht hat.

Vor dem Hintergrund, dass der Coach in diesem Coachingprozess seine Allwissenheit ablegt und lediglich als Begleiter fungiert, verlagert sich die Verantwortlichkeit für den Erfolg des Prozesses zum größten Teil auf den Klienten selbst. Dieser muss bereit dazu sein, sich zu verändern, einen neuen Weg einzuschlagen, um nicht mehr nur im kleinen Lichtkegel der Laterne zu schauen.

Wenn diese Bereitschaft nicht vorhanden ist, wird sich auch nichts ändern können. Auch der Coach wird die Lösung nicht für den Klienten finden können. Nachdem das Ziel festgelegt ist, geht es darum, die für den Klienten passende Methode bzw. Intervention zu finden. Diese hilft dabei, die bereits im Klienten vorhandene Lösung für sein Problem, aus ihm herauszuholen (externalisieren), damit er dies selbst erkennen, bewusst machen und damit arbeiten kann.

„Finde heraus, was dir gut tut und tue mehr davon“

So in der Art könnte ein weiterer Leitspruch der systemischen Arbeit lauten. Sie bezieht sich, so wie viele andere Denkrichtungen des Coachings auch, sehr stark auf die Ressourcen des Coachees. Diese werden zunächst herausgearbeitet. Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass die aktuelle Situation mit einer ähnlichen, in der Vergangenheit eingetretenen Situation, verglichen wird. Hierbei hift dann das systemischer Fragen, herauszufinden, welche Ressourcen von damals dem Coachee geholfen haben.

Diese Ressource gilt es herauszuarbeiten, zu verstärken und in die aktuelle Situation zu übertragen, wo diese ihm dann nützlich werden kann. Manchmal fällt es Klienten schwer, eine Situation aus der eigenen Erfahrung herauszuarbeiten. In solchen Fällen hilft es, die Situation auf einen Dritten übertragen („Was würde dein Vorbild jetzt tun?“) bzw. sich in diesen Dritten reinzuversetzen („Was würdest du jetzt tun, wenn du XY wärst?“). Diese Methode hilft, auf eine lockere Art und Weise weitere Ressourcen herauszuarbeiten und diese auf das eigene Leben zu übertragen.

Diese Ressource gilt es herauszuarbeiten, zu verstärken und in die aktuelle Situation zu übertragen, wo diese ihm dann nützlich werden kann. Manchmal fällt es Klienten schwer, eine Situation aus der eigenen Erfahrung herauszuarbeiten. In solchen Fällen hilft es, die Situation auf einen Dritten übertragen („Was würde dein Vorbild jetzt tun?“) bzw. sich in diesen Dritten reinzuversetzen („Was würdest du jetzt tun, wenn du XY wärst?“). Diese Methode hilft, auf eine lockere Art und Weise weitere Ressourcen herauszuarbeiten und diese auf das eigene Leben zu übertragen.

Der ressourcenorientierte Ansatz bei der systemischen Beratung

Durch den ressourcenorientierten Ansatz soll der Klient zudem aus seiner Problemtrance, auch gerne „Tief“ herausgerissen werden, um eine andere Perspektive einzunehmen und so den Zugang zu anderen Lösungswegen zu erhalten

„Energie folgt der Aufmerksamkeit“ –  also wohin willst du deine Energie lenken?

Der systemische Ansatz lässt sich auf unzählige Anliegen anwenden, seien sie privater oder beruflicher Natur. Manchmal hilft ein systemisches Coaching auch, einfach eine neue Sicht auf die Dinge zu erhalten, Ziele konkreter zu definieren oder mehr Klarheit über das eigene System zu erhalten, egal, in welcher konkreten Situation man sich gerade befindet.

Wie kann ich dir helfen?

Solltest du dich vom systemischen Coaching angesprochen fühlen und das Gefühl haben, dass es da vielleicht auch Anliegen / Dinge gibt, die du dir mal aus einer anderen Perspektive anschauen möchtest, dann melde dich gerne. Ich begleite dich dabei, ein greifbares, zu erreichendes Ziel zu definieren. Dieses werden wir dann mithilfe von Coaching Stück für Stück erreichen. Und wer weiß, vielleicht bringt dich dies ein ganzes Stück näher zu deinem übergeordneten Ziel? Dem Ziel, dem du schon geraume Zeit (noch) erfolglos hinterherläufst?

„Die größte Form von Wahnsinn ist, alles beim Alten zu belassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“ – Albert Einstein 

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